moobil+

Dieser Bus kommt uns wie gerufen!

Im Kreis Vechta gehören sie seit langem zum Straßenbild, ab dem 2. Juni fahren sie auch im Landkreis Cloppenburg: die grün-weiß-orange lackierten Kleinbusse von moobil+.

Im Oldenburger Münsterland wird deutlich, wie sich mit einem klugen Mobilitätskonzept die Attraktivität ländlicher Räume erhalten und sogar steigern lässt. Einerseits geht es dabei um Konstanz und Kontinuität, andererseits um Flexibilität. Berufspendler, die täglich die gleiche Strecke zurücklegen, haben andere Ansprüche als jemand, der zum Einkauf in die nächste größere Stadt fahren möchte. Gut, dass sich durch die Initiative des Landkreises Vechta in unserer Region nun beides miteinander verbinden lässt.

Schauen wir nach Hülsberg, die kleine, zur Gemeinde Bösel gehörende Hochmoorsiedlung. Bislang dauerte es nicht selten fast eine Stunde, um von hier mit dem Bus ins nur 15 Kilometer entfernte Friesoythe zu kommen. Mit dem Fahrrad ging es häufig schneller. Das ist nun vorbei. Dank moobil+.

Der erste Bus des Tages startet in Hülsberg bereits morgens um 5.40 Uhr. Nach 18 Haltestellen, die nur bedient werden, wenn sich jemand zuvor für die Fahrt angemeldet hat, erreicht der Wagen der Linie M04 um 6.05 Uhr die katholische Kirche in Bösel, den ersten regulären Stopp der Frühtour. Eine Viertelstunde später ist bereits die Endstation erreicht, Friesoythe Ellerbrockerstraße. Wer will, kann umsteigen in Richtung Barßel oder Oldenburg. Alle zwei Stunden geht das so. Letzte Fahrt: 17.45 ab Hülsberg.

Endlich bekommt also auch der Landkreis Cloppenburg ein koordiniertes Nahverkehrssystem. Auf 13 Strecken verkehren hier ab Anfang Juni die Busse von moobil+. Weitere 15 gibt es schon seit 2013 im Nachbarkreis Vechta. Das Angebot soll dazu beitragen, die Wohn- und Arbeitsregion Oldenburger Münsterland so weiterzuentwickeln, dass alle Menschen ihre Arbeitsstelle, Geschäfte, Ärzte oder Freizeitziele auch ohne eigenes Auto sicher und zu günstigen Preisen erreichen können.

"Wir machen die Region noch besser erfahrbar"
Johann Wimberg

Das Prinzip ist einfach und schnell erklärt: Auf jeder Strecke gibt es Haltestellen, die grundsätzlich immer angefahren werden. Und solche, für die man sich anmelden muss. Das geschieht vorab mit einer Smartphone-App oder durch einen kostenlosen Anruf in der Mobilitätszentrale (0800 – 30 30 201). Ist die Bestätigung erfolgt, hat man Anspruch auf einen Sitzplatz im gewählten Bus.

Insgesamt sind auf dem Gebiet des Landkreises Cloppenburg über 500 Bedarfshaltestellen eingerichtet, so dass sämtliche Bauernschaften und Streusiedlungen an ihren Kernort angebunden werden können. Ähnlich viele Haltestellen steuern die Busse von moobil+ auch im Landkreis Vechta an. Die Busse verfügen über acht Sitzplätze, WLAN und eine Klimaanlage. Sie sind barrierefrei zugänglich. Aufgrund der Corona-Pandemie und den damit vom Land vorgegebenen Abstandsvorschriften werden zum Betriebsstart allerdings nicht alle Plätze belegt.

Und die Kosten für ein Ticket? Um sie zu berechnen wurden Tarifzonen gebildet. Das Gebiet einer Stadt oder Gemeinde entspricht jeweils einer Tarifzone. Der Grundpreis einer Einzelfahrkarte eines Erwachsenen liegt bei zwei Euro. Für jede weitere durchquerte Tarifzone erhöht sich der Preis um einen Euro. Beispiel: Die Fahrt innerhalb Cloppenburgs erfolgt in einer Tarifzone. Wer nach Molbergen möchte, bucht eine Tarifzone hinzu. Der Fahrpreis beträgt also drei Euro.

„In unserem Nachbarkreis hat sich das Konzept seit langem bewährt und wird von der Bevölkerung hervorragend angenommen", zeigt sich Cloppenburgs Landrat Johann Wimberg optimistisch. „Jetzt folgt der nächste Schritt in Richtung einer zukunftsorientierten Mobilität, weil wir beide Kreise des Oldenburger Münsterlands auch verkehrstechnisch miteinander verknüpfen verknüpfen und die Region damit noch besser erfahrbar machen."

INFO
Die Mobilitätszentralen sind unter der Nummer 0800 – 30 30 201 erreichbar.
Cloppenburg: Montag bis Freitag, 6 bis 19 Uhr, Samstag 9 bis 13 Uhr
Vechta: Montag bis Freitag, 7 bis 17 Uhr